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3 Lost Places in und um Frankfurt

Max Hailer Max Hailer - Redakteur

3 Lost Places in und um Frankfurt

Mit der Entwicklung der Städte und den sich ändernden Bedürfnissen der Bevölkerung werden sowohl öffentliche als auch private Gebäude aufgegeben, sobald sie ihren ursprünglichen Nutzen verlieren. Diese Gebäude sind zu teuer, um sie instand zu halten oder abzureißen, und werden daher dem Verfall überlassen.

Doch in dem Maße, wie diese Lost Places zu verrotten beginnen und von der wilden Natur erobert werden, werden sie auch zu Anziehungspunkten für „Urban Explorers“ oder „Urbexer„. Eine wachsende Zahl von Fotografie- und Abenteuerbegeisterten, die auf ihrer Suche nach einer geheimnisvollen Landschaft dennoch bestimmte Regeln befolgen:

  • Nicht einbrechen.
  • Keine Gefahren eingehen – so selbstverständlich das auch klingen mag.
  • Keine Verschmutzung oder Veränderung des Ortes.
  • Keine spezifischen Adressen geben – um Vandalismus und Überfüllung zu vermeiden.

Auch in Frankfurt und seinem Umland gibt es Attraktionen für alle Stadtentdecker, die sich an die oben genannten Regeln halten.

1. Das Oberforsthaus

Erbaut im Jahre 1727 als Teil der städtischen Politik zur Pflege des Stadtwaldes, wurde der größte Teil des Komplexes 1944 während des Krieges zerstört. Heute steht nur noch die Ruine des Pferdetalls. Trotz des umgebenden Metallzaunes kann man beim Blick durch die zerbrochenen Fenster noch seine ursprüngliche Funktion erahnen. Das Gelände ist Eigentum der Stadt, deren jüngstes Projekt es in ein Hotel umzuwandeln, jedoch scheiterte. Es scheint also, dass das Oberforsthaus noch ein bisschen länger ein Lost Place bleiben wird.

Bild: Wikimedia Commons

2. Altes Polizeipräsidium

Das Alte Polizeipräsidium ist zweifellos eines der beeindruckendsten Gebäude in Frankfurt. Seine architektonische Mischung aus Neobarock und Klassizismus zeichnet es aus. Nimmt man noch die Graffiti, die umgebenden Zäune mit Stacheldraht und die langsam verfallende Fassade, ergibt sich die Bühne eines Albtraums – besonders nachtsüber.

Dass sein Werk so enden würde, hätte sich der Architekt 1912 kaum vorstellen können. Bis vor nicht allzulange wurden im Eingangsbereich sogar gefeiert. Vor 3 Jahren wurde der Komplex an einem Privatkonzern für 212 Mio. € verkauft, doch die Zukunft des Präsidiums bleibt noch unklar.

© Christoph Boeckheler

3. Opel-Jagdvilla

Ebenfalls 1912 ließ sich die Familie Opel im Taunus eine hochmoderne Jagdvilla im neoklassizistischen Stil errichten. Nach dem Krieg beschlagnahmte die US-Armee sie und nutzte sie bis 1950 als Stützpunkt für ihre Geheimdienste. Dann begann der Verfall.

Heute stehen nur noch die Reste des alten Schwimmbeckens, die Garage, der Hauptturm und einige Innenräume. Die Eigentümer und die örtliche Kommune sind sich nicht einig, was mit der Ruine geschehen soll: Da sie in einem Naturschutzgebiet liegt, kann sie nicht kommerziell genutzt werden. Während dessen zieht dieser Zeuge des ehemaligen Reichtums der Familie Opel immer wieder tapfere Explorer an.

© Martin Weis
Titelbild: Denny MüllerUnsplash
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